Die Amtszeit von Oberbürgermeister Christian Ude endete nach über 20 Jahren am 30. April 2014.

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Beantwortet
Autor Klaus Schlums am 29. Juli 2013
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Bildung und Kultur

Buddha auf dem Viktualienmarkt

Sehr geehrter Herr Ude,

die am 23.07.2013 stattgefundene Podiumsdiskussion im Münchner Stadtmuseum war eine Beleidigung gegenüber den
Anwesenden. Es wurde herausgehoben, was sich der Künstler dabei gedacht hat und die Freiheit der Kunst als Argument für dieses Projekt genannt.

Primär kommt es aber darauf an, was der Betrachter empfindet.
Ein um 90 Grad gedrehter Buddha mit dem Kopf fast auf dem Boden liegend ist eine Respektlosigkeit sondergleichen. Die Freiheit der Kunst sollte da aufhören, wo Sie verletztend wirkt.

Stellen Sie sich Jesus am Kreuz nicht senkrecht sondern waagerecht liegend auf dem Viktualienmarkt vor.

Diese "Freiheit der Kunst" wäre garantiert nicht vom Kulturreferat genehmigt worden.

Wenn die Genehmigung abhängig von der Religion seitens des Kulturreferates ( Dr. Küppers) ist, kann von keiner Gleichbehandlung geredet werden.

Auch dieser anwesende Mönch auf dem Podium, der eine 3-monatige Ausbildung in Thailand genossen hat war eine Zumutung. Es gibt in München (Giesing) einen buddhistische Tempel wo für die anwesenden Mönche nur Unverständnis für das Nichtwissen der Person festzustellen war.

Allein die Auswahl der betreffenden Person ist bezeichnend gewesen.

Meine Frage an Sie, Herr Ude. Wie verläuft ein Genehmigungsprozess in dieser Höhe beim Kulturreferat ?

Einen schönen Tag und ein erfolgreiches Ergebnis für die kommenden Wahlen

mit freundlichen Grüßen

Klaus Schlums

+102

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Antwort
von Christian Ude am 10. April 2014
Christian Ude

Sehr geehrter Herr Schlums,


Ihre Anfrage nimmt Bezug das Kunstprojekt "Made in Dresden", einer liegenden Buddhafigur auf dem Viktualienmarkt. Wie Ihnen durch das Kulturreferat bereits mitgeteilt, war "Made in Dresden" Teil der Reihe "A Space Called Public / Hoffentlich Öffentlich" die das international renommierte Künstlerduo Elmgreen & Dragset im Auftrag der Stadt München kuratierte. In der Reihe waren bis September 2013 von international tätigen Künstlerinnen und Künstlern verschiedene Kunstobjekte im öffentlichen Raum in München zu sehen. Sie sollten den Blick auf vermeintlich Bekanntes schärfen und Impulse für Diskussionen geben; Austausch und Dialog zu dem Kunstprojekt waren ausdrücklich erwünscht.



Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München lud anlässlich der Debatte um die Kunstinstallation "Made in Dresden", unter Moderation von Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers zu einer Podiumsdiskussion "Kunst und Religion" ein, bei der unter anderem auch auf die künstlerische Umsetzung und Intention des Kunstwerks eingegangen wurde. Auf dem Podium waren vertreten Prof. Helmut Friedel, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, Bhikkhu Philipp Thitadhammo, Leiter des Buddhistischen Klosters Bodhi Vihara/Freising, Björn Bicker, Autor, Dramaturg und Kurator unter anderem des Projekts "Urban Prayers" der Münchner Kammerspiele, und Gunnar Gantzhorn, Sprecher des Rats der Deutschen Buddhistischen Union.



Mit der Durchführung der Reihe "A Space Called Public / Hoffentlich Öffentlich" wurde nach dem üblichen Genehmigungsverfahren der Stadtrat der Landeshauptstadt München im Januar 2012 in öffentlicher Sitzung befasst, der die entsprechenden Mittel dafür bereitstellte. Die entsprechende Beschlussvorlage finden Sie im RatsInformationsSystem (RIS) unter dem link: http://www.ris-muenchen.de/RII2/RII/ris_vorlagen_dokument...


Die künstlerische Verantwortung des Projekts oblag Elmgreen & Dragset; eine Zensur fand von Seiten der Stadt nicht statt.

Mit freundlichen Grüßen


Kommentare (2)Schließen

  1. Autor Igo Kirchlechner
    am 02. August 2013
    1.

    Ich habe ja nun schon die beiden anderen Beiträge zum "Buddha-Kunst-Projekt" auf dem Viktualienmarkt kommentiert. Zur Sache selbst ist also kaum etwas hinzuzfügen, ausser eben, dass es für Künstler absolut unter der Gürtellinie sein sollte, sich mit pseudo-religiösen Kunst-Aktionen einen Namen zu machen. Christentum und Buddhismus sind wehrlos dagegen, und ich bin sicher, dass kein Künstler sich trauen würde, ähnliches mit dem Islam zu machen.- Denn dies könnte sehr schnell sowohl sein künstlerisches wie auch physisches Ende sein. Irgendwo las ich, dass der importierte Künstler den Wert seines Polyster-Plagiats auf 100.000 Euro schätzt. Dies wohl ein Witz und blanker Wucher, wie er eh en masse in der Kunst betrieben wird. Denn für ca. 500 Euro sind solche Kunststoff-Riesen "Made in Thailand" erhältlich, aber nicht für Provokationszwecke.

    Was das Sponsoring der gesamt Kunstaktion über München hinweg und speziell der am Viktualienmarkt betrifft, so wird gemunkelt, dass es wohl über eine Million € war, die dafür insgesamt städtisch ausgegeben und in irgendwelche Hände kanalisiert wurde. Wie und mit welcher Lobby schiebt man so etwas eigentlich an, und was motiviert städtische Beamte, hierfür so viel Geld zu verpulvern?

    Überdenke ich dagegen die monatelangen Bemühungen meines Vereins zur Restaurierung des 19 Jahre alten Westpark-Buddhas und die letzlich erfolgreiche Erbettelung des Peanut-Betrages von 2.023 Euro, so fühle ich mich nun im Nachhinein ver....scht, wenn ich die anfängliche Unwilligkeit der Stadt sehe, ihre Portokasse hierfür zu öffnen. Wie es dann letzlich doch auch mittels "direktzu Chrstian Ude" funktionierte, kann man immer noch nachlesen bei www.shopart.com/khamlae/munich3.html
    Igo Kirchlechner, Vorsitzender der Internationalen Künstlervereinigung ShopArt e.V., München

  2. Autor peter domicks
    am 26. August 2013
    2.

    Meine thailändischen Freunde (Touristen) waren schockiert.
    Hoffentlich kommen sie wieder in unsere schöne Stadt.

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